Montag, Oktober 31

Blogaward!



Oh, wow. Ich hab gerade meinen 1. Blogaward bekommen. Danke Emily !
Alles klar.
Ich denke, jetzt muss ich 7 Dinge über mich verraten...
1. Ich liebe kleine Kinder. Wenn alle anderen sagen "Oh Gott, so langsam nervt's" dann sag ich nur "Wieso, ist doch süß."
2. Ich komme irgendwie nicht gut mit Jungs klar und habe auch keinen männlichen Freund, den ich wirklich 'Freund' nennen würde.
3. Ich habe kein Lieblingslied und nicht einmal eine Musikrichtung, die ich bevorzuge.
4. Meine Nägel sind zur Zeit immer lackiert, wenn auch nur mit Klarlack, weil sie sonst abbrechen.
5. Ich bin immer unzufrieden mit mir und mit dem was ich tue und ich fürchte, das wird sich nie ändern.
6. Mein Lieblingsfach in der Schule ist Deutsch. Für mich ist das das einfachste der Welt und es ist mir vollkommen unbegreiflich, wie man eine Deutschklausur in den Sand setzen kann.
7. Ich liebe das Meer. Es ruft bei mir so ein befreiendes Gefühl hervor. Ich glaube, wenn ich erwachsen bin suche ich mir ein kleines Häuschen irgendwo am Meer.


Oh Gott. Ich weiß gar nicht, an wen ich den Award jetzt weiter geben soll. Ihr verdient ihn alle.
Naja. Entscheiden muss ich mich aber ja wohl, also geht er an :


Emily
Twentysevens
Amy
Ela
Cassie
Cheer
Jarah








Sonntag, Oktober 30

# 26

"Was machst du da?" fragt sie mich. 
"Ehh.." mache ich und schaue kurz auf. "Ich fotografiere meinen Spliss."
"Wie bitte?" antwortet sie und fängt an zu lachen. 
Ich stecke die Kamera wieder in ihre Hülle und lasse diese dann in meiner Tasche verschwinden.
 "Jaa, mein Spliss und ich. Wir sind ganz dicke. Wir lieben uns. Okay, nein. Es ist eine einseitige Liebe, er liebt mich. Aber er war immer da und jetzt... jetzt muss ich ihn abschneiden." berichte ich mit übertrieben dramatischer Stimme. Das Lachen kann ich mir kaum noch verkneifen, es stielt sich immer mehr in mein Gesicht. 
"Ach du bist doch.." bekomme ich zu hören. "Wieso müsst ihr euch denn trennen, wenn es doch so schon war?" geht sie auf mich ein. 
"Hach, weißt du. Mein Vater... Weißt du was er meinte? Ich hätte ja absolut keinen Schnitt in den Haaren und überhaupt, das könnte man ja nicht mehr Haare nennen, das sei ja nur Stroh." erkläre ich und ziehe meine Mundwinkel nach unten.
Auch sie verzieht ihr Gesicht. Mißfallen spiegelt sich in ihren Augen. "Dein Vater... Nee. Also, nee. Dass der immer so unfreundlich zu dir ist. Der ist ja richtig gemein.. "
'Ja. Das ist er.' denke ich und bin einfach nur froh so eine wunderbare Freundin zu haben. 

Bye Bye, liebster Spliss






Samstag, Oktober 29

# 25




Die ersten Töne spielen an. Mir fällt auf, welches Lied mein MP3-Player gerade abspielt. Ich denke darüber nach, es einfach zu überspringen, kann mich aber nicht dazu bewegen. 
Der Refrain beginnt.


And I don't want the world to see me 
Cause I don't think that they'd understand 
When everything's made to be broken 
I just want you to know who I am

Meine Augen beginnen zu brennen. Das Bild vor meinen Augen verschwimmt. Eine Träne findet ihren Weg aus meinem Augenwinkel, rennt meine Wange hinunter. Dann noch eine. Und noch eine. Es werden immer mehr, ich kann es nicht aufhalten.



And you can't fight the tears that ain't coming 
Or the moment of truth in your lies 
When everything seems like the movies 
Yeah you bleed just to know your alive

Meine Wangen sind nass und kalt. Noch immer fließen Tränen. Ich bereue es, das Lied nicht ausgelassen zu haben, aber ich kann es nicht mehr ausmachen.  Ich kann einfach nicht.  Ich kann nichts mehr sehen, aber das ist egal. Es gibt nicht zu sehen. 


I don't want the world to see me 
Cause I don't think that they'd understand 
When everything's made to be broken 
I just want you to know who I am 

I just want you to know who I am 
I just want you to know who I am 
I just want you to know who I am 
I just want you to know who I am

Es hat aufgehört. Kein einziger Tropfen fließt mehr aus meinen Augen.
Ich würde am liebsten schreien. Ich bin verzweifelt.
Verdammt noch mal, wer bin ich denn? WER?
Wer?Wer?Wer?Wer?Wer?Wer?Wer?Wer?


Ich drücke auf 'Replay' 
Der Refrain beginnt erneut und mit ihm kommen die Tränen wieder.  
Wieder und immer wieder.
Und jedes Mal das gleiche. 
Und jedes Mal keine Antwort.


                                      Wer bin ich?!


# 24

Ich habe das Gefühl, von zwei Seiten angeschrien zu werden. 
Von den Leuten um mich herum kommt ständig
 "dünn", "magersüchtig?", "isst nichts mehr...", "verschwindet irgendwann", "knochig", "hat abgenommen" ...
Aber während dessen brüllt die Stimme in meinem Kopf 
"fett", "du wirst nie hübsch sein", "keine Disziplin", "immer am fressen", "hässlich"...
Lustig, vor einiger Zeit war es genau anders herum. Da haben mich alle darauf aufmerksam gemacht, wie fett und hässlich ich doch wäre derweil die Stimme in meinem Kopf geflüstert hat "Nein, das stimmt doch gar nicht. Alles ist okay mit dir, du bist hübsch."
Ihre Stimmen sind zu meiner geworden, ist es nicht so? 
Ich habe ihnen geglaubt. 
Ich habe es mir selbst eingeredet - nein, halt. Es war so. Ich brauchte es mir nicht einreden. Ja, sie hatten ja alle Recht. Ich war hässlich und fett. 
Und jetzt? 
Als ich angefangen habe mich zu ändern habe ich mir geschworen nie mehr auf die anderen zu hören. Nur noch mir selbst zu glauben, allen anderen kann man eh nicht vertrauen...
Oder?
Oder?!


Es tut mir Leid, dass meine Posts im Moment so lang und so verwirrt sind, es ging nicht anders. 
Ein fettes [haha] Dankeschön an alle Zuckersüßen, die sich den ganzen Mist trotzdem durchlesen. ♥


Und weil's so schön ist, noch ein paar Bilder. War so herbstlich draußen :')












Freitag, Oktober 28

# 23





"Mile, magst du auch was von den chinesischen Nudeln?" fragt mich meine Schwester. Ich sehe sie an, schüttel den Kopf. 
"Hast du heute überhaupt schon was gegessen...?" fragt sie weiter. 
Ich antworte ganz automatisch : "Ja, klar."
Meine Schwester hört nicht auf, sie bohrt weiter: "Ach ja, was denn?"
"Heute morgen, Brot und 'n Apfel..." Nicht.
"Ohaaa, übernimm dich bloß nicht. Wenn du so weiter machst verschwindest du irgendwann. Dann bis du so dünn, dass man dich nicht mehr sehen kann."
"Haha, jaa. Klar. Natürlich." Wer's glaubt. Ich wende mich ab, habe keine Lust darüber zu diskutieren ob ich was essen sollte, oder nicht.
Trotzdem setzt meine Schwester erneut an: "Ich mein das ernst..."
"Kannst du mich vielleicht mal in Ruhe lassen?" fahre ich sie genervt an. 
Jetzt mischt sich auch mein Vater ein. "Du, ich würd mir da keine Sorgen machen. Solange Mile Sport macht, kann's nicht allzu schlimm sein. Weil da wird sie 'n Nährstoffmangel ziemlich schnell merken. Das gibt nämlich so einen richtigen Leistungseinbruch..."
Ich verziehe mich, bevor meine Schwester doch noch was sagen kann. Gehe in mein Zimmer, ziehe mir Laufschuhe an. 
Als ich wieder runterkomme steht meine Schwester im Flur. Sie sieht mich entsetzt an, reißt die Augen auf. "Du willst doch wohl nicht..."
"Ich bin mit dem Hund raus!"unterbreche ich sie, schnappe mir die Leine und den Hund und verschwinde, um mir noch weitere Vorwürfe anhören zu müssen. 
Ich fange an zu laufen. 
Als ich endlich auf dem Waldweg bin kann ich meinen Hund von der Leine los machen. Ich laufe weiter, werde schneller, immer schneller. Ich schließe meine Augen, renne so schnell ich kann. Es ist, als würde ich fliegen, ich spüre kaum, wie ich den Boden berühre. Ich fühle mich so leicht, so unbeschwert. 
Dann  taucht eine Biegung vor mir auf. Ich werde wieder langsamer, komme nach Luft ringend zum Stehen. Meine Seite schmerzt. Ich habe das Gefühl nicht mehr einatmen zu können. 
Ein Gedanke schießt mir durch den Kopf. 'Lass es einfach. Versuch einfach nicht mehr zu atmen.' Einfach aufhören. Einfach. Haha, aufhören zu atmen ist einiges, aber bestimmt nicht einfach. Wenn es doch nur so wäre....
Ich setze mich auf eine Bank. Langsam, ganz langsam entspannen sich meine Lungen wieder, das atmen fällt mir leichter. 
Verdammt, was mache ich eigentlich? Wofür? Warum tue ich mir das hier an?
Ach ja. Um hübsch zu sein. Um dünn zu sein. Um endlich wieder in den Spiegel schauen zu können und dabei zufrieden zu sein. 
Ich steh auf, lauf weiter. Weiter. Weiter. Immer weiter.
Der Weg beschreibt eine Kurve. Ich sehe jemanden, rufe meinen Hund ran. 
"Ach, du bist's. Alles okay, ich hab dich nur nicht erkannt..." ruft mir die Frau zu, die mir entgegen kommt. Ich lass meinen Hund wieder laufen, sie ihren auch. 
"Oh, sportlich, sportlich heute."
"Jaa...muss auch mal." antworte ich. 
Sie mustert mich, sagt dann "Mensch, du hast aber abgenommen! Aber ordentlich. Hast 'n ganz flachen Bauch bekommen... Musstest du dich denn quälen, oder hast du einfach 'ne Ernährungsumstellung gemacht?"
Nein, ich bin immer noch fett, mein Bauch ist alles andere als Flach und ja, musste ich."Ehh... nee, ich hab nur 'n bisschen mehr Sport gemacht, weniger Süßkram gegessen und so.." erzähle ich ihr. Es ist mir unangenehm, wie sie mich ansieht. 
"Mhh na dann. Aber mehr willst du doch nicht abnehmen, oder? So wie jetzt ist gut, doch. Aber nicht noch mehr, oder? Sonst wirst du noch so ganz dürr. Dann hast du ja keine Figur mehr. So ist gut. Aber mehr willst du doch nicht runter, oder?!"fragt sie weiter.
Doch. Eigentlich schon. 5Kilo müssen es eigentlich noch sein.  "Nein, nein. Hatte ich nicht vor. Will nur mein jetziges Gewicht halten..."
"Dann ist ja gut. Aber sieht man sofort, dass du angenommen hast... Naja. Ich muss dann auch weiter. Tschüss!"
"Tschüss." Ich dreh mich um und laufe weiter, bleibe aber alle paar hundert Meter stehen, weil ich keine Kraft mehr habe. Mein Vater hatte Recht. Leistungseinbruch. 
Die letzten Meter lege ich so schnell ich kann zurück, jeder Schritt ist wackelig, meinen Laufrhythmus habe ich schon lange verloren. Endlich angekommen.Japsend lehne ich mich an unsere Hauswand. Mir ist schlecht, ich habe Angst auch nur einen Schritt zu wagen, weil ich befürchte mich übergeben zu müssen. Erst nach einer Minute traue ich mich die Tür aufzuschließen und ins Haus zu gehen.
Mit letzter Kraft schaffe ich es bis zur Dusche. Ich warte nicht bis das Wasser warm ist. Kalt rinnt es meinen Rücken herunter. Mein Gehirn setzt aus. 
Ich weiß nicht mehr, wo oben und wo unten ist.
Weiß nicht mehr, was richtig und was falsch ist. 
Weiß nicht mehr, was ich will.
Weiß nicht mehr, wer ich bin.
Weiß gar nichts mehr. 
Absolute Leere beherrscht für wenige Momente meinen Kopf. 
Dann beginnt der Krieg in meinem Kopf erneut. Der Kampf meiner Gedanken. Der Kampf darum, was ich will, warum ich es will, ob es richtig ist, was ich tue um es zu bekommen. Mein Kopf wird bestimmt vom Chaos, gleicht immer mehr einem Schlachtfeld. 
Wer wird gewinnen?
Ich weiß es nicht. 


Donnerstag, Oktober 27

# 22

Als allererstes: Amy, du bist Zucker! ♥
_____________________________
Bin gestern und heute shoppen gewesen. 
Gestern mit einer Freundin und einem Freund von ihr, den ich bis dahin noch nicht kannte und heute mit meiner besten Freundin. 
Und beide haben über Essen geredet. Viel. Die ganze Zeit quasi. 
Allerdings mit entscheidenden Unterschieden.
[Beide sind übrigens dünn und hübsch; was auch sonst -.-'] 


Das hab ich gestern zu hören bekommen:
"Ich hab mir jetzt 'ne App runtergeladen. So eine Diät-App. Aber als ich dann alles eingegeben hab meinte die so : 'Sie sollten sich von einem Arzt untersuchen lassen, denn ihre eingegebenen Daten lassen darauf schließen, dass sie magersüchtig sind.' Da musste ich erstmal das Gewicht ändern...."
 "Whoaa, diese Jeans geht gar nicht. Oder? Guck mal, die mach meine Beine doch total fett!" 
"Ich muss mal eben zum Spiegel..." 
"So ne Strumpfhose mit Muster fehlt mir noch. Aber so 'n schönes Muster, weißt du? So eins, das die Beine nicht fett macht..."
"Ich brauch unbedingt noch so 'n weiten Pulli. So ganz groß..."
 
"Du isst aber auch nichts mehr, kann das sein? Ich mach mir langsam echt Sorgen um dich..."


Und das heute:
"Mhh 12 Uhr, Zeit für Mittag essen. " 
"Ohh, gehen wir gleich noch zu Mcces?" 
"Ach, so ein McFlurry und der Tag ist gerettet." 
"Und schon wieder sind wir beide am Essen... so wie immer." 
"Aber bei Starbucks holen wir uns gleich auch noch was, oder?" 
"Eigentlich könnte ich mir ja heute abend noch 'ne Pommes holen. Und am besten fahr ich dann bei dir vorbei und bring dir eine mit, oder?"
Ich denke wirklich, dass ich nicht allzu viel Zeit mit meiner besten Freundin verbringen sollte...


Shoppingergebnisse[unter anderem]



Rock und Shirt: H&M, Schuhe: Tamaris
meine Haare sind normalerweise nicht so schön hell ... 





Dienstag, Oktober 25

# 21

Liebste Xxxxxxxx,
es geht mir nicht mehr aus dem Kopf, was du damals zu mir gesagt hast. Weißt du es noch? Es war vor... vor 2 Jahren, denke ich. Ja, vor 2 bis 3 Jahren. Klassenfahrt stand damals an. Erinnerst du dich jetzt? Wir waren Freunde. Ja, ich weiß, wir sind es immer noch. Aber unser Verhältnis war besser, als es jetzt ist. 
Zu der Zeit lief gerade wieder eine Staffel von Germany's Next Topmodel. Ja, jedes Mädchen aus unserer Klasse hat es geguckt, alle haben diese wunderschönen Mädchen angeschaut und sich insgeheim gewünscht, genau so auszusehen. Nein? Nein, vielleicht nicht alle. Ich schon. 
Wie auch immer. Weißt du es jetzt wieder? Ja, die Erinnerungen kehren zurück. Wir haben herum gealbert, stimmt's? Quatsch gemacht, gelacht. Und aus Spaß, nur aus Spaß, sind wir den Flur entlang gelaufen, als wäre er ein Catwalk. Ja, ja genau. Siehst du es auch vor dir? Wie wir gemeinsam über den Korridor schreiten, ein Bein vor das andere setzen, die Hüften schwingen. Wie wir lachend umfallen, uns nicht mehr beruhigen können. 
Und wie du es zu mir sagst. Wie du zu mir sagst: "Whoaa Mile, die perfekte Dramaqueen bist du. Wenn du jetzt so... 20kg weniger wiegen würdest, dann wärst du ein 'Germany's Next Topmodel' "
Deine Worte schallen immer noch in meinen Ohren, ich kann sie einfach nicht vergessen. Sie haben sich in mein Gehirn gebrannt, für immer und ewig. 
Das war nicht deine Absicht, ich weiß. Du meintest es nicht böse, hast gar nicht darüber nach gedacht, was du sagst. 20 Kilo. Das ist viel. 20 Kilo, das würde für mich heißen, dass ich nur noch 41kg wiegen dürfte. Untergewicht. Starkes Untergewicht. 
Früher konnte ich mir das nicht vorstellen. Ich konnte mir kein Bild davon machen, was das heißen würde, wie ich dann aussehen würde. Ich dachte mir 'Das geht doch gar nicht. Kein Mensch kann so wenig wiegen.' 
Ja, früher. Und heute? Heute kann ich es mir vorstellen. Und weißt du was? Du hattest Recht. Ja, ja ich hätte dann tatsächlich den Körper eines Models.  Wer weiß, vielleicht eines Tages.. 
Ich werde dich anrufen, wenn es so weit ist. Ich werde dir dies hier vorlesen. Oder noch besser: ich werde dir einen Brief schreiben. Nein, schreiben brauch ich ihn nicht mehr. Ich brauch ihn nur noch abschicken. Ich werde ein Foto dazu legen. Ja, damit du siehst, dass ich ein Model geworden bin. Damit du siehst, was deine Worte mich mir gemacht haben. 
Ich mache dir keinen Vorwurf. Ich sage nur, wie es ist. 
Ich hab' dich immer noch gern, denk nicht, es wäre anders. 
Aber deine Worte werden mich weiter begleiten, ja, das werden sie. Ich werde sie nicht vergessen, genauso wenig, wie ich dich vergessen werde. 


Alles Liebe, deine Mile

Montag, Oktober 24

# 20

"Kannst du mir mal die Nudeln geben, Mile?" fragt meine Mutter und streckt ihre Hände nach der Schüssel aus. 
Ich reiche sie ihr und wende mich dann wieder meinem Salat zu. Ich habe gar keinen Hunger, eigentlich ist mir sogar schlecht. Aber ich kann nicht am Tisch sitzen und nichts essen, dass ich keinen Hunger hab glaubt mir eh niemand.
Ich kann mich kaum überwinden, auch nur einen Bissen herunter zu schlucken.  Die Gabel in meiner Hand fühlt sich schwer an, schwer wie Blei, ich kann sie kaum mehr halten. Sie gleitet mir aus der Hand, fällt auf den Tisch.
"Mile! kannst du nicht mal ordentlich essen?!" Die Worte meines Vaters dringen gedämpft zu mir, wie durch Watte. Reflexartig setze ich mich gerade hin, nehme die Gabel wieder in meine Hand und esse weiter.


Sonntag, Oktober 23

# 19

Fotopost :)
[Ja ich weiß,  hässlich. Aber das ist Pech :D]









Samstag, Oktober 22

# 18

"...Ja, weißt du, jeder Mensch hat doch irgendwie so einen 'Eigengeruch'. Guck nicht so, das stimmt. Wenn ich zum Beispiel bei dir ins Haus komme riecht das anders, als wenn ich bei mir ins Haus gehe." erklärt mit eine Freundin. Meine beste Freundin, die neben uns steht, verzieht das Gesicht, meint das aber: "Mhh, das stimmt. Und weiß du was?" Sie grinst und schaut mich an. " Wenn man bei Mile ins Haus kommt, riecht es immer nach essen. Oder wenn wir sie abholen und sie sich dann in unser Auto setzt, es riecht immer nach essen." Sie fängt an zu lachen, alle anderen die um uns herum stehen auch. Nur mir ist jetzt gerade absolut nicht nach Lachen.






Donnerstag, Oktober 20

Mile

Meine Seite 'über mich' habe ich umgeändert; also falls das jemanden interessiert ;)
Ich habe mir überlegt: Ich brauche einen Namen. Und der erste, der mit eingefallen ist war: Mile. 
Nein, das ist kein Name, den ich schon immer schön fand. Und nein, das ist auch nicht mein Spitzname. Und nein, ich kenne nicht mal eine Person, die so heißt. 
Außer mir. Ich heiß jetzt so. :)


Ganz viele :* an meine 10[Edit: 11] Leser und an alle anderen Besucher. 

# 17


Ich nehme das Salatdressing vom Tisch und gehe damit zum Kühlschrank. Ich stelle es hinein und will gerade die Tür zumachen, als sich meine Mutter und meine Schwester neben mir stellen.
"Schaut mal her, ich hab euch für das Wochenende was eingekauft." sagt meine Mutter und zieht das Obstfach auf. "Ich hab hier Chicken-Nuggets, fertige Hot- Dogs und Hamburger und Würstchen und, und, und. Dann werdet ihr hoffentlich nicht verhungern, wenn wir dieses Wochenende dann in Wien sind..." erklärt meine Mutter weiter. Meine Schwester pustet ihre Wangen auf, streckt den kaum vorhandenen Bauch raus und sagt: "Uhh, dann werden wir ja bestimmt ganz kugelig"
Ich kommentiere das Ganze nur mit einem genervten "Mhmhh..." drehe mich um, zieh meine Schuhe an, schnapp mir Jacke und Hundeleine und reiße die Tür auf. Eiskalte Luft schlägt mir entgegen. Ich fröstel, setzte aber trotzdem erst den einen, dann den anderen Fuß nach draußen.  Ich leine meinen Hund an und gehe los.
Als ich an die Wiese komme lasse ich meinen Hund laufen. Das letzte bisschen Licht fließt aus dem Himmel, von Minute zu Minute wird es dunkler. Aber das ist mir egal. Ich gehe weiter über die Wiese, folge dem Trampelpfad, den man selbst ohne viel Licht gut erkennt. Nach fast hundet Metern stehe ich auf dem Hügel, der sich in der Mitte der Wiese befindet. Jetzt kann ich über die ganze Wiese schauen. Bis ganz hinten, dort wo die Wiese aufhört und das Maisfeld anfängt.  Mein Blick wandert dorthin, es ist noch hell genug um die einzelnen Maispflanzen zu erkennen. Und es ist definitiv auch noch hell genug, um den Schatten zu erkennen, der da ist.
Ich laufe genau auf ihn zu. Das Schatten bewegt sich nicht. Ich überlege. 'Nein, nein, da dürfte kein Schatten sein.' schießt es mir durch den Kopf. Ich erschauder. Noch immer steht mir der Schatten unbewegt gegenüber. Ich fühle mich beobachtet. Unbehagen breitet sich in mir aus, meine Nackenhaare stellen sich auf. Ich wage es nicht, mich umzudrehen und und dem Schatten den Rücken zu zu kehren. Langsam mache ich einen Schritt nach hinten, noch einen. Drehe mich halb um, starre wieder auf den Schatten. Er ist fast aus meinen Blickfeld verschwunden, ich stehe wieder auf der anderen Seite des Hügels. Jetzt drehe ich mich komplett um und laufe schnell weiter. Immer und immer wieder sehe ich mich panisch um, habe Angst, dass der Schatten mir doch folgt. Dann endet die Wiese. Ich bin wider auf der Straße, die erste Laterne taucht auf. Als mich in ihren Lichtkegel trete drehe ich mich wieder um. Ich bleibe stehen und starre in die Dunkelheit, versuche irgendwas zu erkennen. Bewegt sich da was? War das Schatten schon da, bevor ich geblinzelt hab?
Ich merke wie mein Herz rast, mein Atem geht schnell. Rasch drehe ich mich wieder um und fange an zu laufen. Nein, ich renne nicht. Ich gehe nur. So schnell ich kann. Immer wieder wage ich einen Blick über die Schulter, sehe dann wieder nach vorne. Bei dem kleinsten Geräusch drehe ich mich um. 
Noch nie waren die Straßen so dunkel, noch nie war der Weg so lang. Links. Rechts. Über die Kreuzung. Geradeaus. Hier lang. Da lang.  Dann seh ich sie, meine Straße. Ich schaue mich noch einmal panisch um, dann biege ich in die Sackgasse ein und steuer auf mein Haus zu. Mit dem Rücken zur Tür, den Blick von einem zum anderen Schatten huschend, warte ich bis meine Schwester mir auf macht und ich endlich die Tür hinter mir schließen kann. 
Ich spüre immer noch diesen Blick auf mir, ich höre immer noch Geräusche hinter mir, fühle mich verfolgt, gehetzt. Mein Blick schnellt wieder hoch. Aber da ist nur die Haustür. Die verschlossene Tür.

Dienstag, Oktober 18

# 16

Gelangweilt schaue ich auf das Blatt, das vor mir liegt. Ich starre so lange, bis die Wörter zu einem unscharfen Wirrwarr verschwimmen. Dann richte ich meinen Blick wieder nach vorne. 
'Come on, you all can do this!', sagt mein Englischlehrer gerade und verzieht dabei verzweifelt das Gesicht. Ich blicke durch den Raum, stelle fest dass alle anderen 29 Schüler genauso wenig Lust haben zu antworten. Ich zeige auf, sage etwas total unbedeutendes. 
'Yes, exactly! You're completely right, very good!' Ich bin ein wenig überrascht von den enthusiastischen Reaktion meines Lehrers, schenke dem ganze aber keine weitere Beachtung, für die nächsten paar Minuten wird von mir keine Beteiligung mehr erwartet. 
Meine Augen wandern zum Fenster auf der gegenüberliegenden Seite des Raumes. Es regnet. Der Wind peitscht die Äste der Bäume durch die Luft. Ich schüttel mich und würde viel lieber vor dem Kamin sitzen und Kakao trinken, als meinem hilflosen Lehrer zuzusehen, wie er erfolglos versucht den Kurs zu motivieren...





Montag, Oktober 17

# 15


Die Luft ist kalt, als ich sie einatme. Trotzdem ist mir warm, ich hätte meinen Schal doch zuhause lassen sollen. Aber jetzt ist es eh zu spät.
Ich schließe meine Augen und atme tief ein. Und aus. Ein. Aus. Ein. Aus. Ein. Aus.
Eine gefühlte Ewigkeit stehe ich einfach nur da und atme. Dann schlage ich meine Augen wieder auf und sehe nach oben. Die Sonne ist schon untergegangen, nur ein schwaches Leuchten am Horizont lässt erahnen, dass es sie überhaupt gibt. Der Himmel ist tiefblau, wie das Meer in tausenden Metern Tiefe. Und mittendrin in diesem Meer, da funkelt ein kleiner Stern. 
Ich weiß nicht warum, aber ich stelle mir auf einmal vor, dieser Stern zu sein. Dort oben im Himmelsmeer zu schwimmen und vor mich hin zu glitzern. Für jeden sichtbar. 
Und plötzlich weiß ich, dass es ganz genau so ist. Wir sind nichts anderes als Sterne, die um die Wette schillern. Jeder will heller strahlen, als der andere und vergisst dabei, dass das Strahlen aus dem Innersten kommt. 
Ich atme noch einmal tief ein, dass reiße ich meinen Blick von dem kleinen Stern los, rufe meinen Hund heran und fange an zu renne. Ich renne und renne, einfach geradeaus. Mein Hund springt an mir hoch, ich falle hin, lande im Gras. Ich fange an zu lachen. Einfach so. Weil ich lebe. Und weil ich Stern bin. 
Und weil du ein Stern bist.
Also fang an zu scheinen, zu glänzen, zu strahlen. Du kannst es. Sei der hellste Stern am Himmel. 

Sonntag, Oktober 16

# 14

"Mhh ja, also wir haben uns Pizza gemacht und dann haben wir uns nachher noch 'n Film geschaut und ehm..."
"Oh, der Wein ist aber lecker!" unterbricht mein Vater meine Erzählung von meinem gestrigen Mädelsabend. 
"Jaa, das ist ein..." fängt meine Mutter an zu erzählen. Schon nach den ersten Wörtern hör ich nicht mehr zu. Ich senke meinen Blick, schaue in die Schüssel, die vor mir steht. Ich nehme meine Gabel und spieße ein Salatblatt auf. Ich schiebe es mir in den Mund und fange an mechanisch darauf herumzukauen. 
Ist ja nicht so, als wäre es das erste Mal, dass ich mitten im Satz unterbrochen werde. Und dass sich dann keiner mehr für mich interessiert. Ich weiß plötzlich nicht mehr, warum ich überhaupt noch was erzähle. 
Mein Kopf schaltet sich ab, ich höre nicht mehr, was um mich herum passiert. Nur mein Arm bewegt sich weiter, schaufelt mir alle paar Minuten etwas Salat in dem Mund.
Auf einmal fühle ich mich so unglaublich klein. Winzig. Und unbedeutend. 
Unbedeutender als die kleine Fliege, die gerade vor meinem Kopf hin- und herschwirrt und mich langsam wieder in die Wirklichkeit zurück holt. 
Aber das Gefühl bleibt. 




Freitag, Oktober 14

# 13


Blah. Blah. Blah.
Irgendwie sind meine Gedanken ein einziges Chaos im Moment. 
Ich will es schaffen, ich will hübsch werden, ich will dünn werden.
Aber ich schaff es nicht. Ich schaff es einfach nicht. 
Ich mache einen Schritt vor und dann wieder einen zurück. So kann man nicht von der Stelle kommen.
Aber ich muss es schaffen. Ich will es mir einfach beweisen. Mir und allen anderen, die nicht an mich geglaubt haben. Ich will ihnen in die Augen sehen und sagen können: 'Und ich habe es doch geschafft!'
So schwer kann das doch nicht sein. 

Mittwoch, Oktober 12

# 12



The only thing, that's in my mind. 
It controles my thoughts.
It takes my breath away.
It makes me cry.
It brings me to my knees.

Montag, Oktober 10

Sonntag, Oktober 9

# 10

Hattest du jemals das Gefühl, nicht gut genug zu sein?
Nicht auszureichen.
Nein?
Gut.
Es ist kein schönes Gefühl. 
Es ist, als wärst du ein Vogel ohne Flügel.
Was ist ein Vogel schon ohne Flügel? Nichts. Er kann nicht fliegen, obwohl er dazu geboren wurde. 
Genau so fühlt es sich an. Als ob man nichts kann. Nichts weiß. Nichts wert ist. Einfach nichts ist. Ein Nichts. Ein Niemand. Nicht gut genug, um jemand zu sein. 
Nicht gut genug, um respektiert zu werden. 
Um jemanden zufrieden zu stellen. 
Um geliebt zu werden. 
Nicht genug. 
Einfach nicht genug.


Samstag, Oktober 8

# 9

Das Glas ist kalt unter meinen Füßen. Ich schließe meine Augen. Habe Angst. 
Angst, sie wieder zu öffnen. 
Angst, vor dem was mich erwartet.
Angst, es nicht zu wissen. 
Angst. 
Ich zwinge mich, die Augen auf zu machen. 
Nein. 
Nein. Nein. Nein! Das kann nicht sein. Das darf nicht sein.
Nein, es kann nicht so viel sein.
Wie? Wieso? 
Versagt habe ich. Ja, genau, versagt. 
Mein Ziel, es war so nah, ich konnte schon danach greifen. Ich hatte es fast erreicht. Fast. 
Und jetzt ist es so unerreichbar. So unglaublich weit weg. Ich kann es kaum noch sehen. 










Freitag, Oktober 7

so sorry



Sorry for not beeing perfect.
For having mistakes.
For doing stupid things.
For saying what I think.
For beeing who I am.

Donnerstag, Oktober 6

# 8

"Das... wird dir zu groß sein." sagt meine Mutter und zeigt auf das Shirt, das ich mir ausgesucht habe.
"Mama, das ist schon S..." antworte ich und gehe Richtung Umkleidekabine. Ich laufe an der Reihe Kabinen vorbei, nur um festzustellen, dass alle besetzt sind. Leicht genervt drehe ich mich wieder um, gehe sein schmalen Gang zurück und warte. Kurze Zeit später öffnet sich die letzte Tür, ein Mädchen kommt heraus. Ich lächel sie an, bin froh dass die Kabine endlich frei ist. Ich häng meine Sache an den Haken; eine Tüte mit einer Haarkur, ein Regenschirm und meine kleine schwarze Tasche. Dann hänge ich zwei Oberteile, von denen ich hoffe, dass sie auch angezogen noch gut aussehen, daneben.
Ich ziehe mein Jeanshemd aus und greife nach dem ersten Shirt. 
Mein Blick streift den Spiegel und meine Hand sinkt wieder. Ich drehe mich, schaue mich von allen Seiten an. Erst nach einer Minute reiße ich meinen Blick los, schüttel ungläubig meinen Kopf. Schnell probiere ich meine beiden Oberteile an. Sie passen. Nicht zu eng, nicht zu weit. Ich bin fast schon ein bisschen enttäuscht, wünsche mit insgeheim, meine Mutter hätte Recht gehabt.
Wir gehen zur Kasse und stellen uns an. Als wir endlich dran sind bezahlt meine Mutter. Dann gehen wir aus dem Laden, ab zum nächsten, ich muss noch eine CD kaufen.
Der Rest des Tages ist für mich gelaufen. Meine Laune sinkt, jede Minute etwas mehr. Ich fühle mich so unglaublich schwer, so fett, so hässlich, so... unperfekt. 














Dienstag, Oktober 4

# 7

Aus meinem Schlaf gerissen schrecke ich hoch. Verwirrt und noch ganz benommen von meinen Träumen weiß ich für kurze Zeit nicht mehr, wo ich bin. Dann fällt es mir wieder ein, ich realisiere, dass mein Wecker angesprungen ist. Schnell mach ich das nervige Ding aus und lasse mich wieder in mein Bett fallen. Ich kann nicht glauben, dass ich wirklich schon aufstehen muss. 
'Nur noch fünf Minuten' denke ich mir und vergrabe meinen Kopf in meinem Kissen, um noch einen letzten Moment Ruhe zu bekommen. Ich atme tief ein. Und stelle fest: verdammt, mein Kissen riecht. Es riecht nach ihm. Ich spüre einen Stich im Herzen. 
Fühle mich so unendlich verlassen. 
So unendlich einsam. 
So unendlich leer.